18. Januar

Als ich erwache, ist K bereits aus dem Bett verschwunden. Im Schlafzimmer ist es dunkel, der Rolladen ist nicht komplett heruntergelassen, doch durch die vielen kleinen Zwischenräume der Jalousie sickert keinerlei Licht. Draußen scheint noch Nacht zu sein und wenn nicht Nacht, so lässt die Dämmerung jedenfalls weiter auf sich warten. Ich stehe auf, laufe benommen in Richtung Bad und sehe im Vorbeigehen das Licht hinter der Wohnzimmertür. Es ist Montag, sage ich mir, und K bereitet sich auf die Arbeit vor, indem sie auf ihrem Laptop noch eine Serie schaut, bis sie sich in unserer Küche an den provisorischen Arbeitsplatz setzt. 

Vor zwei Wochen, kurz nach Silvester, hat sie ihren Arbeits-PC samt Monitor nach Hause schleppen müssen, nachdem die Museumsleitung den gesamten Stab zur Heimarbeit verpflichtet hat. K hasst es, zu Hause zu arbeiten, für mich ist das ein Traum, endlich erlöst von der Fahrerei und den Kollegen, aber K fällt schon nach kürzester Zeit die Decke auf den Kopf, egal wie viele Yogapausen und Spaziergänge sie auch in ihren Tag hinein arbeitet, am Ende reicht es eben nicht aus. Für sie kommt das Ganze einem richtigen Eingesperrtsein gleich, obwohl sie ja hinaus kann, doch im Gegensatz zu mir, der ich wochenlang zu Hause bleiben könnte, ohne auch nur einen Gedanken an das Draußen und die anderen zu verschwenden, braucht K den Wechsel der Räume und den Kontakt zu ihren Mitmenschen.

In der Küche ist noch etwas Kaffee in unserem Aluminiumkännchen übrig, wahrscheinlich von gestern Abend. Ich werfe den Wasserkocher an, der widerstrebend seinen Dienst aufnimmt, kontrolliere aber immerhin, ob diese gelblichgrauen Kalkflocken noch in seinem Inneren beschwingte Kreise ziehen. Das ist glücklicherweise nicht der Fall, vor ein paar Tagen allerdings musste ich eine Tasse Tee in den Ausguss schütten, die vor Kalkflusen regelrecht überlief. Ich höre auf das Rumoren des Kochers, ein dunkles Brausen, das irgendwann heller wird, öffne die Balkontür und trete in das Chaos hinaus. Altglas sammelt sich in mehreren Kisten, das Herbstlaub der Hinterhofbäume bestäubt jeden Zentimeter, mehrere Paar Kletterschuhe liegen herum, Sporttaschen, nie genutzte Blumentöpfe. Am Balkongeländer hängen unsere drei traurigen Blumenkästen als Mahnung an alle Kleingärtner des Viertels, sich genau zu überlegen, ob eine Bepflanzung den eigenen Kräften entspricht, ob das Durchhaltevermögen also wirklich auch da ist und nicht nur die verführerische Idee in einer Art tropischen Balkongarten zu leben. Denn bei uns ist für jeden weithin sichtbar wirklich alles eingegangen, was nur eingehen kann. Jetzt wächst Moos in den Kästen und dazwischen ein paar angewehte, ziemlich kränklich wirkende Gräser.

Weil es kalt ist, spähe ich nur kurz in den dunklen Hof hinunter. Noch immer stapelt sich der Plastikmüll auf den drei gelben Tonnen und erinnert mich an Szenen aus Neapel, damals, als die Mafia irgendwie keine Lust mehr hatte, den Müll in der Stadt zu beseitigen und einfach streikte. Unsere Vermieterin schrieb uns vor ein paar Tagen, Herr X, der sich bisher immer um den Plastikmüll gekümmert hat und die gelben Tonnen zur entsprechenden Zeit auf die Straße stellte, sei verschwunden und melde sich nicht mehr. Er habe, schrieb sie, den Kontakt abgebrochen. Ob nicht jemand aus dem Haus in der Lage wäre, den Müllberg auf eine Deponie außerhalb der Stadt zu fahren. Natürlich würde der Aufwand entschädigt.

X ist also abgetaucht, sage ich mir ohne größere Verwunderung, X, den ich überhaupt nicht kenne. Er hat sich aus dem Staub gemacht, von einem Tag auf den anderen beschlossen, das alles sein zu lassen. Dieses ewige Hinausstellen irgendwelcher Mülltonnen, soll das mein Leben sein?, denke ich, hat sich X gefragt, ich will doch etwas ganz anderes, ich will doch mehr, ich wollte doch auch irgendwann von allem weg! Und stattdessen rücke ich die vollgestopften Tonnen auf die Straße, vollgestopft mit dem Mist irgendwelcher Studenten und junger Familien, Skyrreste, Bioreste, Fairtradereste. Das kann doch alles nicht wahr sein, ich muss mich absetzen, ich besteige das nächste Schiff, ich fahre auf dem Neckar davon, auf der Missouri die gerade am anderen Ufer vor Anker liegt und Container am Hafen entlädt, weg auf dem Neckar, der in den Rhein fließt und von dort irgendwann ins Meer, ins Offene.

Als der Wasserkocher fertig ist, gieße ich das noch sprudelnde Wasser auf den niedrigen Espressospiegel in meiner Tasse und verschwinde anschließend wieder im Schlafzimmer. Ich lege mich ins Bett und kann für einen Moment nicht glauben, erst morgen wieder auf Arbeit zu müssen. Was für eine Befreiung, endlich mehr Zeit für mich als für diesen Quatsch zu haben, endlich mehr Zeit zum Schreiben, zum Lesen, vielleicht sogar zum Denken. Ich muss da wieder hinein, sage ich mir, zurück in diese Zeit, als das Lesen und das Denken die Hauptbeschäftigungen gewesen sind, die völlig selbstverständlich den Großteil meiner Stunden füllten, ich muss jetzt wieder dort hin und bin gleichzeitig glücklich, zumindest einen Teil meiner Woche zurückerobert zu haben, denn genauso fühlt es sich an. Ich erobere mir meine Zeit zurück, auch wenn die Eroberung natürlich leise von statten geht. Der offene, geräuschvolle Kampf bleibt eben nur eine Option unter vielen. Daneben existieren noch hundert andere Strategien, man muss nur die passende für sich ausfindig machen und das braucht einige Zeit, manchmal auch Jahre. Zumindest bei mir hat es Jahre gedauert und jetzt bin ich sechsunddreißig und probiere ja immer noch und immer weiter herum, denn das Leben und seine Einrichtung, so viel zumindest scheine ich verstanden zu haben, kommt niemals an ein Ende, es ist eine Aufgabe, die wahrscheinlich erst dann ihren Abschluss findet, wenn man die Augen für immer schließt und sich von allem hier unter der Sonne und den Sternen verabschiedet.

Im Bett lese ich weiter in Mishimas Der Goldene Pavillon und stoße zum zweiten Mal auf jene Szene, in der eine junge Frau im Kimono dem von ihr verehrten Offizier eine Teeschale reicht und im Anschluss ihre Brust massiert, um dem Tee einen Spritzer Milch zu versetzen. Das alles kommt so unerwartet und stößt auch so eigenartig ab, dass ich mich sofort frage, ob ich mich an ähnlich schockierende Dinge erinnern kann. Ich überlege lang, denke an Bret Easton Ellis, weiß, dass noch viel viel mehr solcher Szenen in mir schlummern, aber ich erwische sie nicht. Sie sind in mich eingesunken wie in den Grund eines Teichs und wieder einmal macht mich meine grauenhafte Erinnerung rasend, denn ich erinnere mich ja tatsächlich an nichts, schon nach ein paar Wochen habe ich die gelesenen Bücher vergessen und was zurück bleibt, ist nicht mehr als ein unbestimmtes Gefühl, ein Satz, ein Bild.

Ich lese trotzdem weiter, kann mich jetzt aber nicht mehr richtig konzentrieren. Deshalb beschließe ich kurzerhand laufen zu gehen. Mittlerweile ist es zehn und draußen hell. Eine mausgraue Wolkenschicht liegt über der Stadt, als ich in Richtung Fluss unterwegs bin. Es ist kalt, 3 Grad zeigt meine Uhr an und als ich schließlich auf dem asphaltierten Uferweg in Richtung Schleuse jogge, fallen mir wieder die fachmännisch zerlegten Bäume auf, die vor einigen Tagen den Motorsägen der Stadtverwaltung zum Opfer gefallen sind. Trostlos ist dieses Bild jetzt und das Ufer wirkt nackt ohne die Monsterplatanen oder was auch immer das für Bäume waren. Jetzt läuft man durch ein weiteres Brachland, durch eines dieser abweisenden Areale, in denen man als Mensch eigentlich nichts zu suchen hat. Erst an der Ölfabrik wird mir warm und plötzlich fällt mir ein, wie merkwürdig dieses Laufen ist, das ich auch erst nach der Dreißig aufgenommen habe. Als Zwanzigjähriger habe ich Leute wie mich belächelt und sogar verachtet, Sportidioten, Körperkultler und jetzt bin ich auch einer der ihren geworden. Es ist eigentlich unglaublich, wie wenig man doch den verachteten Bildern ausweichen kann, wie sehr es einen hineinzieht in diese großartige Maschine. Manchmal kommt es mir vor, als unterschieden sich die Leben nur in winzigsten, kaum wahrnehmbaren Details, in reinen Oberflächen. Egal wie einzigartig mir das Leben in wenigen Momenten auch erscheint, das Leben aller eigentlich, so gleichartig wirkt es doch mit etwas Abstand zum Objekt. Egal wie individuell sich die jungen Mütter mit den Kinderwagen auch in ihren hinreißenden Versuchen geben, sich zu etwas Einzigartigem zu machen, sie wirken doch am Ende alle gleich in ihrer leuchtenden Hilflosigkeit, dem großen Ganzen zu entgehen.

18.37. Jetzt liegt die Dunkelheit draußen im Hof wie ein schwarzer Film, eine einzige riesige runde Nacht, denke ich und die meisten Räume im gegenüberliegenden Wohnhaus sind erleuchtet. Da drinnen laufen die Geister herum, schwere, aber doch bewegliche Schatten in einer Art Leuchtraumkulisse, kleine Aquarien aus Licht, in denen sich die Ausschnitte des Lebens zusammenfinden. Ich sehe Bücherregale und eine Stehlampe, eine Küche und einen Esstisch, darüber eine Wohnung im Anschnitt, wahrscheinlich das Bad. Merkwürdigerweise bleiben die meisten erleuchteten Räume über lange Zeit leer, die Menschen kommen den Zimmern abhanden und dann kehren sie wieder zurück, ein Aufzug folgt dem Ende der Akte und dann geht wieder alles von vorne los. Die Bewohner bewegen sich durch die Flure, verschwinden in den Winkeln, vielleicht verschwinden sie ja auch ganz, während ich eine geheime Abmachung vermute hinter all der Choreographie, hinter all diesem Verstecken, in das mein Zweifel fällt, der über den Tag zurückgekommen ist. Ob das alles etwas wird, zum Beispiel, mit diesem langen Projekt hier, mit diesem langen Schreiben über ein ganzes Jahr. C macht sich schon lustig, ob ich am Ende auch die Schuhwahl hineinschreiben werde wie Knausgaard, sobald ich aus dem Haus will, um den Müll nach unten zu bringen und ich denke, ja, vielleicht schreibe ich auch einfach über die Wahl meiner Schuhe, so wie ich über die Wahl meiner Jacken schreiben werde. Ich besitze drei Jacken für den Winter, eine mit Fellkapuze, eine aus GoreTex und eine rote Daunenjacke, in der ich aussehe wie eine Boje, im Schnee aber zumindest nicht verloren gehen kann.

17. Januar

Es hat die ganze Nacht geschneit, der Hinterhof ist weiß und K erklärt mir nach dem Aufstehen, sie möchte heute in den Odenwald fahren. Ich habe dazu eigentlich überhaupt keine Lust, halte mich und mein Desinteresse aber zurück und verschwinde in das Wohnzimmer, um nach einem neuen Buch Ausschau zu halten, das mich über die kommende Woche bringen muss (es ist Sonntag). Ich habe gestern ein wenig in Robert Gernhards Ich gelesen, aber schon auf den ersten zwanzig Seiten geht es um deutsche Zeitgeschichte und das werde ich mit Sicherheit nicht durchhalten, so viel steht fest. Also wühle ich im Bücherregal herum und komme so zu einer kleinen Auswahl, die ich dann, auf der Couch zurückgekehrt, vor mir ausbreite. Achternbuschs Revolten, Goetz’ loslabern und Mishimas Der Goldene Pavillon. Nach langem Hin und Her entscheide ich mich für den Harakiri-Japaner.

Ich habe den Goldenen Pavillon vor einigen Monaten bereits angelesen, bin aber damals nur bis Seite 60 gekommen. Als ich wieder einsteige, erinnere ich mich nur entfernt an das Geschehen, tauche in die Sprache Mishimas aber sofort wieder ein, als würde ein Gespräch fortgesetzt, das ein dummer Zufall unterbrochen hat. Wieder fällt mir auf, wie eigenartig unbegründet Terror und Künstler schon auf den ersten Seiten nebeneinander existieren. Was ich damals aber gar nicht begriffen habe, verstehe ich heute zum ersten Mal, nämlich das Fazit des jungen Erzählers nach Uikos Verrat, über den er sagt: „Durch ihren Verrat hat sie endlich auch mich angenommen, jetzt gehört sie mir.“

Das hatte ich damals überhaupt nicht kapiert, obwohl es eigentlich sehr einfach ist. Der Erzähler, der aufgrund seines Stotterns zum Spott seiner Mitschüler wird, fühlt sich außerhalb aller Gemeinschaft, betrachtet die Gemeinschaft auch gewissermaßen mit Abneigung und Hass. Uiko, die ihren Liebhaber (einen desertierten Soldaten) der Militärpolizei verrät, begibt sich ebenso außerhalb der Gemeinschaft, in der Verrat so ein Art Todsünde ist natürlich. Deshalb auch der Satz: „Ihr Verrat war Sternen, Mond und Zedern ebenbürtig.“ Klar, die sind ja auch tot und unendlich weit von den Menschen entfernt. Genau wie der ebenso unmenschliche Verrat.

Wir fahren gegen Mittag los, K hat das Auto ausgeliehen, das gleich am Ende der Straße auf uns wartet. Dort gibt es eine kleine Carsharing-Station, eigentlich nur drei Parkplätze, die durch eine Art Seil von der Straße abgetrennt sind. Auf dem roten Dreitürer liegt der Schnee als Miniaturgebirge, das ich mit einem blauen Paddel schnell wegschaufele, nicht wenig stolz auf meine fachmännischen KFZ-Kenntnisse, denn ich klappe die Scheibenwischer weg, als hätte ich das alles schon tausendmal gemacht und erst danach befreie ich die Front vom Schnee.

Wir fahren knapp dreißig Minuten bis in den Odenwald, zuerst auf der Autobahn, dann durch kleinere Dorfstraßen. Bald gewinnen wir an Höhe, es geht einen Hügel hinauf und schließlich erreichen wir den Wald, Riesenbäume links und rechts, dazwischen die Hänge weiß weiß weiß und es wird kalt und kälter, obwohl über unsere Füße der warme Motorenwind weht und ich schon längst meine Jacke abgelegt habe. Im Radio läuft Rod Stewart und ich bin der Meinung, dass so eine Kackmusik auch nur im Radio laufen kann. Als ich K erkläre, es müsse irgendwo dort draußen Menschen und Paare geben, die einen Song von Rod Stewart als ihren Song bezeichnen, stimmt sie mir zu, gibt allerdings zu bedenken, es ginge immer noch schlimmer. Natürlich hat sie recht, doch ich frage mich, wie schlimm es wirklich noch gehen kann, ob der Brunnen sozusagen keinen Grund besitzt.

Als wir uns dem Wanderparkplatz nähern, werde ich unruhig. Wir fahren eine schmale Serpentine hinauf und links und rechts am Fahrbahnrand ist bereits alles voller Ausflügler. Hinter einer Kurve sehen wir die Familien oben auf den weißgespülten Hängen, eine riesige Kindertraube, die auf Schlitten in Richtung Talsohle knallt und die Eltern und Alten dazwischen. So stelle ich mir ein Skigebiet vor, ein Haufen Irrer, die in K2-Montur die Hänge hochwetzen und das alles für total befreiend und wunderbar aktiv befinden, die Luft ist ja auch so unglaublich frisch.

Nach einer Ehrenrunde biegen wir endlich auf den Parkplatz, obwohl ich fest überzeugt bin und das auch offen erkläre, wenn schon die Straße voll ist, ist es der Parkplatz erst recht. Doch wir haben Glück, schlängeln uns an einer riesigen Kolonne anderer Autos vorbei und parken zwischen den monolithischen SUVs zweier Kleinfamilien. Die Kinder – Finn, Leonard, Charlotte oder Pia – werden in Daunenanzüge gezwängt, haben jede Gegenwehr aber bereits aufgegeben und lassen deshalb alles über sich ergehen. K und ich steigen aus und ziehen uns ebenfalls an. Dann laufen wir in Richtung Wald.

Kurz bevor wir den Weg erreichen, sprechen uns zwei Männer an. Ihr Auto käme nicht mehr aus dem Schnee heraus, sei total festgefahren, ob wir helfen könnten. Ich stöhne innerlich auf. Na klasse, jetzt noch dieses Männergequatsche, wie man am besten im Rückwärtsgang und dann schön was unterlegen und freischaufeln und ja, jetzt mal ein bisschen mehr Gas bitte. Natürlich lasse ich mich breitschlagen, ich gehöre ja irgendwie doch dazu und außerdem sind die beiden nett und noch bevor ich mich an der Motorhaube als Zweitschieber in Stellung begebe, ruft schon so ein Alexander oder Martin, er sei auch dabei, wir sollten nur kurz warten, das hätte er schon tausend Mal gemacht. Scheisse, fluche ich innerlich, jetzt noch so ein handwerkelnder Familienvater, das hat mir gerade noch gefehlt, aber da steht der Superschneeexperte schon an meiner Seite und gibt Kommandos. Vollgas!, ruft er wie ein Oberfeldwebel, los, los!, aber nichts tut sich. Erst, als noch ein anderer Sachverständiger rekrutiert wird („Ja, ja, das passiert, wenn man nicht rückwärts einparkt mit Vorderradantrieb, weil dann kann man gleich im zweiten Gang wieder raus“), wuchten wir diese Mistmöhre endlich gemeinsam auf den Weg. Merkwürdigerweise findet, wie in solchen Momenten normalerweise immer der Fall, keine Verbrüderung statt, wir sagen uns nicht einmal Tschüss, es fällt auch kein Danke oder so. Ich bin nur froh, endlich verschwinden zu können.

Je weiter wir durch den Wald kommen, desto stiller wird es. Die Kiefern wachsen wild nach oben, es schneit ganz leicht und wir begegnen anfangs nur selten anderen Ausflüglern. Es wird kälter mit der Zeit, ich muss mir ein zweites Paar Socken überziehen und stapfe dann davon. K ist begeistert, wirft sich in eine Schneewehe und macht einen Schneeengel, was ich natürlich filme. Es tut gut, auf diese Weise durch den Wald zu laufen, der sich wiedermal ohne Gegenwehr allem und jedem zur Verfügung stellt. Als wir einen Hügel hinter uns bringen, halte ich an, ich habe da etwas im Dickicht entdeckt. Ein Wolf, sage ich, ohne selbst an meine Worte zu glauben, aber K erwidert, es gebe hier keine Wölfe. Wir gehen weiter und entdecken in etwa einhundert Meter Entfernung ein junges Reh, das unseren Blick erwidert, um dann gelangweilt zu verschwinden. Als wir in einen Abschnitt des Waldes kommen, in dem die Bäume immer höher wachsen, fällt mir Stifters Hochwald ein, auch wenn ich die Erzählung nicht ganz zusammenbekomme. Ging es da um dieses Geschwisterpaar, das sich im Wintersturm verirrt? Aber Hochwald, was für ein deutsches Wort, deutscher geht es doch kaum! Eine halbe Stunde später bewirft mich K mit einem Schneeball. Ich revanchiere mich natürlich. Später, auf einem Weg in Richtung Tal, auf dem uns junge Familien mit Kindern begegnen, versucht mich K in einen Abhang zu stoßen, natürlich alles im Spaß. Aber das lasse ich mir nicht gefallen, werfe sie um und seife sie zumindest andeutungsweise ein. Als ich kurz zurück in Richtung der jungen Familien sehe, fällt mir ein Blick der Frau auf, die sich da an etwas zu erinnern scheint. An eine Zeit vor den eigenen Kindern, als es so was vielleicht auch für sie gegeben hat. Aber das alles ist lange her.

16. Januar

Ich wache gegen halb acht auf mit einer Zeile im Kopf, die ich noch im Bad vergesse. Dieser Spuk der eigenen Gedanken, die in der Nacht allein vor sich hinarbeiten und wer weiß welche Figuren, Muster und Kreise in uns ziehen, unwahrscheinliche Gebäude errichten, die der Morgen wieder einreißt, diese ganze Arbeit im Geheimen. Ich stehe vor dem Badspiegel und versuche ein Echo zu erwischen, das Echo dieser verlorenen Zeile, die immer weiter von mir abrückt, je intensiver ich mich auf sie zu konzentrieren versuche. Irgendetwas mit Dunkelheit? Lähmung? 

Ich setze mich mit meinem Rechner auf die Couch im Wohnzimmer. Der Rotweinfleck, den ich angetrunken und ziemlich verzaubert an Silvester auf unserem neuen IKEA-Teppich hinterlassen habe (mundgewebt in so schön konstruktivistischer Farb- und Formgestaltung), ist noch immer zu sehen, obwohl K mit ziemlich teurem Teppichreiniger zugange gewesen ist. Ich sitze und plötzlich erwische ich die Zeile, die mir eben im Bad verloren gegangen ist, als hätte das Sitzen etwas in mir bewirkt. Gedanken, Gedanken, das trübe Licht. War es nicht das? Aber was für eine Zeile soll das sein, geht es mir sofort wieder durch den Kopf, das ist doch überhaupt keine richtige Zeile, nur so eine Art Ansatz und selbst der ist ziemlich schwach.

Dann schalte ich Musik an, Plankton Wat, so eine Psychedelic-Geschichte, die ich irgendwann während einer intensiven Krautrock-Recherche entdeckt habe. Aber schon nach ein paar Minuten geht mir das Gedudel auf die Nerven, diese ewigen mythischen Gitarrensoli, vielleicht ist das doch nicht zu ertragen. Wechsle auf Royben Sawyer, Dronestaffagen, Oszillatorengemenge, ELEKTRISCHE, mal sehen, ob ich darin klar komme, für eine gewisse Zeit. 

Ich müsste eigentlich laufen, sage ich mir, ich muss mich heute bewegen, aber draußen ist es kalt und ich fühle eine merkwürdige Unruhe in mir, einen regelrechten Tatandrang und weiß, dass ich mit dieser Unruhe in der Brust zum Laufen nicht fähig bin. Ich habe das ein paar Mal ausprobiert, kann den gleichmäßigen Laufrhythmus aber nicht halten in einer solchen Stimmung, werde schneller, sobald sich die Gedanken in meinem Kopf beschleunigen, um übereinander herzufallen und dann wieder langsamer und die ganze Zeit verschwindet die Unruhe in mir nicht, so dass auch das Laufen zu einer wirklichen Qual wird, zu einem Hindernis, einer weiteren Verantwortlichkeit (diesmal für den eigenen Körper und seinen Grunderhalt), die man sich selber aufgehalst hat. Aber auch das Sitzen bereitet mir Probleme und das Musikhören. In letzter Zeit höre ich eigentlich nur noch Black Metal und John Fahey, eine verrückte Kombination, es ist wie ein Schwanken zwischen Stumpfheit und How Much Wood Could A Wood Chuck Chuck von Werner Herzog. Gestern habe ich Die Stunde des Todes von Achternbusch gelesen, der ja für Herzog das Herz aus Glas geschrieben hat. Achternbusch ist auch die Wände rauf und runtergelaufen, immer mit der leiselauten Ahnung in Gedanken, wahrscheinlich allein zu stehen und sich gegen das Übermächtige bis zur Selbstzerfleischung richten zu müssen, weil es, wenn man lange Zeit in eine Richtung geht, irgendwann kein Zurück mehr für uns gibt.

11.35. Komme vom Laufen heim, zum ersten Mal unter fünf Minuten für einen Kilometer gebraucht, aber auch entsprechend gehechelt wie ein Herzklappenpatient. Draußen sind wieder viele Leute unterwegs, alle zieht es zu den Gewässern, zu den Flüssen in der Stadt. Die ganzen ewig Unsportlichen bevölkern jetzt die Wege und Wiesen in Triathletenklamottage und kommen gut zurecht. Ich steuere an ihnen vorbei, überhole wo ich kann, aha, es gibt neue Graffitis an einer Wand, so eine abgestandene Kacke, früher fand man das ja ganz nett, aber auch dort tut sich überhaupt nichts, die gleichen Kackbuchstaben wie vor 40 (!!) Jahren in der Bronx, die gleiche Comicfiguren, besoffene Pandas und so und das soll man dann gut finden? Wie wärs, wenn die so genannten Graffitimenschen mal ein paar Diego-Rivera-mäßige Agitationsmaschinen an die Wände ballern und uns alle endlich zum totalen Superkampf aufstacheln, aber ne, dann lieber ein paar verschnökelte ich-bezogene Buchstaben. Dafür ist die Literatur doch da! Kacke.

C schreibt mir aus Marseille, welches Cover er für Gärten gut findet. Das deckt sich auch mit meinem Gefühl und der Meinung von K. Ich erhalte auch ein paar Nachrichten von ihm, offensichtlich ist er gerade wieder mit den Kindern unterwegs. Bin gespannt, wie er auf die große Heulkrampfszene in AK reagiert, in der er ja zentral in Erscheinung tritt. 

15. Januar

Vielleicht wird es mir in diesem Jahr möglich sein, mich ernsthaft als Subjekt zu begreifen, als ein richtiger Agent, Agent des eigenen Lebens, nicht nur Verhandlungsführer, sondern Handlungsreisender, einer der wirklich handelt sozusagen. Gleichzeitig ahne ich im Tagebuch einen großen, umfassenden Betrug. Das Tagebuch ist eine verkehrte Gattung, dieses Sprechen zu sich selbst, ohne jede Figur, aus diesem Grund auch so beliebt bei verpickelten Jugendlichen, denn man muss hier keine Stellung beziehen, man ist ein grenzenloses Ich und Zentrum jedes einzelnen Gedankens.

Auf der Neckarbrücke füttert ein alter Türke eine wirklich beängstigende Möwenschar, wirft halbe Brote über die Brüstung, über die sich diese hungrigen Flugtiere sofort her machen, als hätten sie seit Tagen nichts gegessen, als wären alle Rentner mit schier unerschöpflichen Brotreserven mit einem Mal vom Erdboden verschwunden, was natürlich nicht stimmt, denn hier draußen bei -2 Grad trippeln die Omis und Opis noch munter rum, ohne an Blitzeis und Hüftgelenksfrakturen auch nur einen müden Gedanken zu verschwenden. Ich habe nie ganz verstanden, ob die Tauben- und Möwenpfleger einfach nur ihre verschimmelten Brotbestände loswerden wollen mit dem Gedanken, der Natur und den Biestern etwas Gutes zu tun oder ob es sich eher um verzwickte Einsamkeiten handelt, die sich im Akt des Fütterns ein wenig Nähe verschaffen. Die Tiere kommen ja tatsächlich sehr nah an einen heran, sie haben keine Scheu, sobald es etwas zu futtern gibt, auch wenn das natürlich nicht heißt, es gebe da eine Beziehung zwischen dem älteren Türken und den Tauben, beide existieren, egal wie viel Brot durch den Himmel fliegt, in verschiedenen Welten und verstehen einander nicht.

Vor einigen Tagen habe ich auf Youtube ein kurzes Video über eine Art Steppenfuchs, gesehen, der in Brasilien und Argentinien zu Hause ist, einem Fuchs ähnlich sieht, aber mit viel längeren, merkwürdig staksigen Läufen, dabei aber den Namen Wolf trägt, ohne mit den Wölfen verwandt zu sein. Präriewolf vielleicht, ich kann mich nicht richtig erinnern. Was für ein Tier! Irgendwie überlängt wie so eine Lehmbruckgestalt, ganz schlank wie ein Windhund, aber nicht so deprimierend und verängstigt wie diese Gattung mit ihren obligatorisch eingeklemmten Schwänzen. Kein Wunder, dass der Adel so sehr auf diese Tiere steht, die wirken ja schon auf den ersten Blick wie der prototypische Knecht, runder Rücken, eingezogener Schwanz, von denen geht jedenfalls kein Aufstand aus, dafür sind die Straßenköter und Promenadenmischungen zuständig. Der Steppenfuchs jedenfalls gefiel mir sofort. Mit seinen hohen Läufen kann er über das Steppengraus gut drüber schauen und sieht so seine Beute besser. Außerdem hat er so große Löffel wie ein Hase und bewegt sich zwischen den Menschen sehr vorsichtig. Er kennt den Feind. Deshalb auch die Steppe als Heimstatt.

14. Januar

Vor ein paar Tagen hatte ich einen Traum, der mir heute morgen im Zug (eine Durchlichteinheit, die alles in der Januarlandschaft verwischt) plötzlich wieder einfällt. Ich stehe vor einem Gewässer, so etwas wie ein Fluss, aber das eigenartige ist, dass dieser Fluss einen Hügel hinauffließt. Der Hügel ist nicht weit von mir entfernt und eher links, denn der Fluss trennt mich auch von diesem Hügel, d.h., er fließt sowohl horizontal durch mein Gesichtsfeld, als auch quasi vertikal die Erhebung hinauf. Auf dem Hügel steht ein altes Holzhaus, ein Haus, wie ich es nur aus amerikanischen Gemälden kenne (wie heißt gleich dieses Gemälde, ‚Christinas World‘ oder in diese Richtung? Klassiker der 1940er, hängt im MOMA NY). Ein Kahn, so eine Art Venedig-Schaluppe, fährt den Fluss hinauf, das Haus, das habe ich noch gar nicht erwähnt, steht direkt am Fluss, d.h. man hat es an jenem Abschnitt des Flusses errichtet, der hinauf zum Hügel fließt. In diesem Kahn sitzt jemand und als mir diese Person auffällt (keine Ahnung, wer das ist, das alles scheint mir auch nicht weiter von Bedeutung), WEISS ich plötzlich, dass jemand im Haus ist und wartet. Mit einem Mal macht sich in mir der Gedanke breit, man könne im Haus möglicherweise nichts von der Ankunft des Kahnfahrers mitbekommen und dieser Gedanke bereitet mir eine solche Qual, dass ich zu rufen beginne, doch natürlich rufe ich mit meiner Traumstimme, d.h. tonlos, sprachlos, erzstumm und deshalb nähere ich mich dem Haus auf dem Hügel, betrete den Fluss und schon nach zwei oder drei Schritten reißt mich die Strömung davon. Ich sehe das Haus verschwinden, aber nur für kurz, denn schon spüre ich, wie mich der Fluss über einen Abhang wirft, ein Wasserfall, geht es mir durch den Kopf, ich höre das Rauschen, fühle die Leere unter mir und meinen Fall, wache schließlich auf (diesmal ohne zu stöhnen oder zu schreien wie sonst). Irre.

Mein Vater hat einmal am Küchentisch von einem Traum erzählt, der mir bis heute in Erinnerung geblieben ist. Es ist der einzige Traum, den ich von ihm behalten habe, nicht einmal von meiner Mutter fällt mir ein Traum ein, den sie möglicherweise irgendwann erzählt hat. Mein Vater erklettert einen Turm aus Panzern, alles ausgediente, zerstört wirkende Modelle, Panzer nach Panzer, einer über dem anderen gestapelt. Es geht weit hoch, ein wirklich riesiger Turm, den er erklimmen muss, warum, ist nicht klar, denn es gibt keinen Anlass, auch niemanden der sagt, dort musst du jetzt hinauf, du musst den Panzerturm besteigen. Als er den letzten Panzer erreicht, hangelt er sich an dessen Geschütz, das weit hinaus über den Panzerturm ragt ins Nichts und dann, am Ende des Geschützrohres angelangt, lässt er sich fallen.

Ich habe den gesamten Tag mit Kollegengesprächen verbracht. Jeder steckt in seiner eigenen Hölle und versucht sich zu trösten, dass er die Zeit verbrennt, dass er den Chef versucht zu beschwichtigen, dass er irgendetwas mit sich anzufangen versucht, das sich niemals umsetzen lassen wird. Ich frage mich, warum und wie wir alle weitermachen und weiß, dass es den meisten dort draußen ebenso geht. Die ganze Zeit der Gedanke, sich einfach aus dem Staub zu machen. Die Kraft, alles zu verändern, besitzen ja eigentlich nur die sanften Idioten, man selbst rennt ein oder zwei Jahre gegen Wände an und zieht sich schließlich ganz zurück in so etwas wie die innerlichste Emmigration. Gegen die Arbeitswelt ist kein Kraut gewachsen, man bringt sich nur als selbstverteidigendes Etwas ins Spiel, versucht die ganze Zeit zu retten, was zu retten ist. Gegen die debilen Anrufe, gegen die wahnsinnigen Ideen der Chefs, immer die gleichen Gespräche, die anderen sind inkompetent, sind faul, nichts läuft richtig. Ja, aber morgens folgt man doch treffsicher dem eingespielten Gang. Gewohnter Platz im Zug, klar, rechte Seite am Fenster, niemals reserviert, die gleichen Gesichter, alle unzufrieden, eine gigantische unzufriedene Schar, die sich morgens und abends durch die Städte schiebt und immer auf Erlösung wartet. Auf den Arbeiterjesus, die Angestelltenmaria im Gepäck. Aber das alles schreibe ich im Büro mit Leichtigkeit, denn es ist kurz nach fünf und natürlich bin ich der letzte. Hier arbeitet man nicht lang, man flieht das Museum wie das Ersticken, alles muss schnell gehen, sehr schnell, man muss hinaus und verschwinden.

Vielleicht, das fällt mir gestern ein, könnte dieser Text hier eine Art Buch der Unruhe werden, wie es Pessoa geschrieben hat, der ja bekanntermaßen auch ein gequälter Angestellter gewesen ist, für den sich keine Sau interessierte. Die Unruhe ist wunderbar, sie zeigt, dass noch Leben in einem steckt, dass man noch nicht völlig taub ist. Die Qual versucht etwas zu sagen, am Ende lässt sich vielleicht die gesamte Einrichtung mit ihrer Hilfe beschädigen, kaputt hacken, in Einzelteile zerlegen. 

*

Die Unruhe bleibt übrig

Wie die Reste vom Mittagessen

Du könntest ja gehen

Es gibt auch andere Stellen, eine andere Funktion

Aber es ist Januar

Und die Richtungen sind vorgegeben

Und auf den Plätzen überwintert immer irgendwas

Die Alten mit ihren Gesprächen

*

Ich will gar nicht so sein, denke ich in letzter Zeit häufig, ich möchte mich nicht ständig beklagen, ständig darüber nachdenken, auf welche verquere Weise ich mich verbiege, um irgendwie diesen Tag und diese Arbeit zu überstehen. Ich möchte meine Zeit nicht an das alles verschwenden, doch ich muss es eben tun, um zu überleben in einem Büro, so merkwürdig pathetisch das auch klingen mag. Ich habe das Gefühl, mich eigenartig zu verändern, böser zu werden, schlechter, auf einer ganz menschlichen, leichten, wirklich grundlegenden Ebene. Ich beginne zu taktieren, ich denke mehrere Schritte voraus, was, wenn ich das tue, wie wird X reagieren, kann ich den Unmut von Y bereits im Vorfeld abmildern, am besten ein paar schmeichelhafte Worte, genau, wie sehen sie denn das, Frau Hirnschaden, ja, was ist denn ihre Meinung zu diesem Thema, Herr Altachtundsechzigerwampe mit grauem Haar? Was ist denn das für eine beschränkte Hurenexistenz, für eine Scheißwirklichkeit, das möchte ich doch bitte einmal wissen! Und während man dahinsiecht durch diese beschissene Arbeitswelt, in der alle Freund spielen und doch immer Chef bleiben, existieren diese Lesebühnenarschgesichter parallel, als wäre überhaupt nichts dabei, und tragen irgendwelche Scheisse vor, finden sich witzig, erklären wie das Großstadtleben so funktioniert, mit diesen Blicken zwischen Mann und Frau. Fickt euch alle, ihr Kanallien, ich wünschte, ich hätte ein Schützentraining absolviert und hielte die Existenz der anderen für weniger wert als meine eigene! Lesebühne, nur Idioten und Schwachsinnige nehmen an so was überhaupt teil, nur Preisboxer, die aufs Texten gekommen sind. Ich verachte euch zutiefst und werde euch immer verachten, ihr seid die Kleinunternehmer der Kunst, die alles zugrunde richten, die künstelnden Ich-AGs, die ihre Scheisskomik zum besten geben und dann so tun, als wären das total aufmerksame Berichte aus dem wirklichen Leben. Euch schaut der Arsch des Lebens nicht einmal an. Bleibt in Berlin ihr Kacker!