Zwei Tage (2), 29. August

Der nächste Tag. Vor meinem Fenster fällt ein matter, fast unsichtbarer Nieselregen. Draußen ist noch alles ruhig und ich bin mir nicht sicher, wie spät es ist. Keine Stimmen, selbst die Vögel verhalten sich still. Sobald sich ein Windstoß in den Hof verirrt, rauschen die Birkenblätter und auf dem Fensterglas zeichnen sich feine Tropfen ab. Gehe ich ans Fenster heran, um sie mir aus der Nähe anzusehen, scheinen sich die winzigen Halbkugeln im Wind zu bewegen. Sie vibrieren, zittern sogar und ich bin mir nicht sicher, welche Kraft diese kaum messbare Oberfläche in Spannung hält, um ausgerechnet ein Halbrund entstehen zu lassen. Wäre eine flache, vollkommen plane Fläche nicht viel einfacher? Ich gehe in die Küche und trete auf den Balkon, auf dem noch immer die Wäsche wartet, die ich vor einer Woche aufgehängt habe. In der Nacht hat es sich merklich abgekühlt. Der unsichtbare Regen gleitet eher hinab, als dass er fällt und er gleitet in Formation, als ein weiches, durchscheinendes Tuch. Fast schwerelos segeln die Tropfen in Richtung Boden. Die Dächer ringsum glänzen kühl und nass und machen einen düsteren Eindruck.

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Für eine Weile saß ich gestern noch auf der Uferpromenade in der Sonne, nachdem der Typ mit seinem winzigen Rucksack verschwunden war. Ich wartete auf die Rückkehr der Eidechse, doch obwohl ich mich regungslos verhielt, tauchte sie nicht mehr auf. Jemand rief nach seinem Hund, der Hugo hieß, er rief so laut, dass man es über den gesamten Uferabschnitt hören konnte und dann flitzte mit einem Mal ein winziges braunes Tier durch das Gras, ein Hund, der noch kleiner als ein Dackel war und ständig zwischen den kniehohen Grashalmen verschwand, als hätte ihn ein imaginäres Moor verschluckt. Noch immer liefen Spaziergänger über die Wiese, manche direkt am Wasser entlang, andere eher in der Mitte des Uferstreifens. Ich sah Paare und Einzelgänger. Die Älteren hielten ihre Hände hinter dem Rücken verschränkt und gingen ein wenig vornüber gebeugt, so wie ich es manchmal ebenfalls mache. Noch ist das alles eher ein Spiel. Ich ahme mit einem ironischen Lächeln die Gesten der Alten nach, aber ich spüre bereits die Bequemlichkeit dieser Position, die sich bald, in vier oder fünf Jahren vielleicht, in meine eigene verwandelt haben wird. Sie wird mir gleichen wie andere Gesten und Laute auch, für die ich mich früher geschämt hätte. Hin und wieder stoße ich beispielsweise kleine Seufzer aus, wenn ich mich setze oder aufstehe. Das sind die Geräusche älterer Leute, Väter und Mütter und so weiter, und sobald ich mich bei einem dieser Laute ertappe, schüttele ich zu gleichen Teilen belustigt und genervt meinen Kopf. Das alles kommt doch viel zu früh. Doch gibt es für das Auftauchen dieser Altersgesten überhaupt einen passenden Moment? 

Auf meinem Treppenabsatz las ich weiter in Murakamis Roman und arbeitete mich langsam durch den Text. Erreichte ich das Ende eines Abschnitts, sah ich auf und nahm das Ufer in den Blick. Ein Hund, zwei Spaziergänger, Mann und Frau. Beide trugen leichte Jacken, hielten sich an den Händen und sahen regungslos geradeaus, als versuchten sie den Menschen an ihrer Seite nicht zur Kenntnis zu nehmen. Darüber Wolken, weiß, an den Unterseiten grau, der blaue Himmel dazwischen, strahlendes Lapislazuli. Die Hochhäuser am gegenüberliegenden Ufer wirkten wie Riesen mit Tausenden Augen, über die sich orange Lider müde senkten, die Sonnensegel der Balkone. Die Lider flatterten träge im Wind.

Beim Weiterblättern zerdrückte ich versehentlich eine Eintagsfliege, die sich unvorsichtig auf der linken Buchseite niedergelassen hatte. Ich bemerkte die Fliege im Bruchteil einer Sekunde, registrierte sozusagen ihren Landeanflug, aber alles ging viel zu schnell und deshalb schaffte ich es nicht mehr, meinen Finger auf eine andere Stelle zu setzen. Unter dem Druck meines Daumens zerrieb ich das Insekt, von dem nur ein grünlicher Streifen und ein winziger roter Tropfen übrig blieb und dann noch so etwas wie schwärzlicher Staub. Eigentlich ist die Existenz derart fragiler Lebewesen nicht zu begreifen. Fliegen, die dem schwächsten Lufthauch kaum widerstehen und so ungeschützt sind, dass ein Daumen sie in ihre Bestandteile zerlegt. Ein Finger, der nicht einmal besonders viel Kraft aufbringen muss, und schon ist die Fliege atomisiert. Und von ihr bleibt kein nennenswerter Rest, über den man sich weiter Gedanken machen könnte, nur diese schwärzliche Spur, die einmal ein Panzer aus Molekülen gewesen ist, unter dem ein Staubkorn von Leben steckte.

Während ich weiterlas, dachte ich plötzlich an meinen Roman, der vor gut zwei Wochen erschienen ist. Ich habe einem Schriftsteller, der für ein Magazin im Netz arbeitet, ein Interview gegeben, wobei mein Verlag den Kontakt hergestellt hat. Ich habe lange gebraucht, um die wenigen Fragen zu beantworten, die mich als Textdatei per Mail erreichten. Auf die meisten Fragen fiel mir anfangs überhaupt nichts ein. Ich saß an meinem Schreibtisch und überlegte, tippte dann ein oder zwei Sätze in das Dokument, nur um später wieder alles zu löschen. Keine Formulierung fühlte sich treffend an und am Ende verstand ich selbst die Interviewfragen nur noch zur Hälfte. Worüber gab ich hier eigentlich Auskunft? Über mich? Über meinen Roman? Was hatte ich über dieses Buch überhaupt noch zu sagen?

Etwa vier Wochen schrieb ich an meinen Antworten herum, die immer länger wurden. K erklärte, das alles sei doch ganz gut, aber so richtig zufrieden war ich nicht. Schließlich schickte ich das Dokument zurück und bekam einige Tage später eine weitere Mail, in der man mich um ein Foto und eine kurze Biografie bat. An meine Antwort hängte ich das einzig brauchbare Foto, das halbwegs nach einem Autorenfoto aussieht, und das ich mittlerweile nicht mehr ausstehen kann, doch etwas Besseres fiel mir auf die Schnelle nicht ein. Meine Antworten jedenfalls schienen dem Schriftsteller zu gefallen. Zumindest dankte er mir dafür.

Ich klappte Murakamis Buch zu, verstaute es gemeinsam mit dem mittlerweile leeren Thermosbecher in meinem Rucksack und nahm ein letztes Mal das in der Nachmittagssonne leuchtende Ufer in den Blick. Ganz plötzlich wirkte die Wiese vollkommen leer und ausgestorben. Die Menschen und die Hunde waren verschwunden und mir kam es so vor, als sei ihr Verschwinden endgültig, als habe man unter eine Rechnung seine Unterschrift gesetzt. Ich stand auf, warf mir meinen Rucksack über den Rücken und lief den asphaltierten Weg in Richtung Brücke zurück. Als ich an einer überquellenden Mülltonne vorbeikam, las ich auf dem verdreckten und von zahllosen Stickern beklebten Metall den Spruch, Kool Jürgen ❤️ You.

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In meinem Roman sterben einige Leute jung, tatsächlich aber ist nur einer meiner Freunde jung gestorben und er war nicht einmal ein richtiger Freund. Eher war er ein Bekannter, einer, der manchmal in unserer Runde auftauchte, damals in Gera. Er war um einiges älter als wir, die wir noch aufs Gymnasium gingen, und erst später habe ich begriffen, dass darin bereits etwas Merkwürdiges lag, ein schiefer Fakt sozusagen. Sein ungewöhnlicher Name jedenfalls machte auf mich einigen Eindruck, obwohl ich sein Gesicht komplett vergessen habe. Ich weiß nur noch, dass dieser vielleicht Einundzwanzigjährige Reik hieß und ziemlich groß und schlaksig gewesen ist. Alles andere habe ich vergessen.

Reik starb angeblich einige Jahre später, nachdem ich ihn hin und wieder im Kreis meiner Freunde gesehen hatte, beim S-Bahn-Surfen in Berlin. Wer genau von seinem angeblichen Tod in unserer Runde zum ersten Mal berichtete, kann ich heute ebenso wenig sagen, wie ich mich an Reiks Gesicht erinnern kann. Doch auf einmal stand dieses Gerücht im Raum und wir saßen abends merkwürdig betreten auf den Bänken neben dem Stadtmuseum, tranken Bier gemischt mit Cola und versuchten, die Tragweite des Geschehens zu begreifen. Ich reagierte genauso betroffen wie alle anderen auch. Zumindest äußerlich reagierte ich so, denn innerlich fühlte ich bloß eine nebulöse Taubheit, die sich mit einer schwachen Verunsicherung mischte. Fast so, als stünde man im Begriff, eine Tür zu öffnen, hinter der sich etwas Erschütterndes verbirgt, dessen Gestalt, Umfang und Gefährlichkeit man nur ansatzweise erahnt. Ein Mensch war gestorben und etwas hatte mit dem Tod dieses Menschen seinen Abschluss gefunden. Doch was war dieses Etwas? Was war zu einem Ende gekommen? Ich wusste es nicht und ahnte damals, dass auch die anderen, trotz allem Schweigen und der gespielten Trauer, es nicht wussten. Wir taten alle so, als würden wir etwas verstehen, das wir nicht wirklich verstanden. Das Sterben war noch viel zu weit von uns entfernt, als dass wir es begriffen hätten. 

Allerdings blieb Reiks Tod, dem nach und nach etwas Mythisches anzuhaften begann, bis wir schließlich an einer Art Hagiographie arbeiteten, am intensiven Leben eines Abenteurers sozusagen, das weit über unseren eigenen, kleinen und sehr alltäglichen Leben schwebte, nichts weiter als ein Gerücht. Weder meine Freunde noch ich, die wir damals damit beschäftigt waren, uns auf die Abiturprüfungen vorzubereiten, konnten die Umstände seines Todes überprüfen. Auch brachte keiner in Erfahrung, wer zum ersten Mal davon erzählt oder die Geschichte erfahren hatte. Reiks Tod hatte uns bereits im Zustand der Legendenbildung erreicht. Man hörte von dieser Legende, ihr Ursprung aber blieb wie ihr Wahrheitsgehalt im Dunkeln und lud dadurch alles tausendfach auf. Am Ende wuchs die Geschichte zu einer so bedeutungsschweren Größe heran, bis wir ihre Wahrheit schließlich komplett aus den Augen verloren. Wie konnte etwas nicht geschehen sein, das einen derartigen Eindruck auf uns machte? 

Heute würde es mich nicht besonders wundern, wenn Reik mit Frau und Kindern glücklich und zufrieden in einem kleinen Dorf in Brandenburg lebte und niemals auf dem Dach einer S-Bahn gestanden hat. Aber es schockierte mich genauso wenig, falls er damals wirklich in Berlin ums Leben gekommen sein sollte. Mittlerweile sind einige Menschen in meinem Umfeld gestorben. Noch sind es nicht viele, ich kann sie an einer Hand abzählen, doch ich besitze jetzt ein Gespür für das Sterben, das sich auf das Bewusstsein der eigenen Endlichkeit gründet. Und dieses Bewusstsein hatten wir damals, als wir von Reiks angeblichem Tod erfuhren, nicht. Womöglich hatten wir eine Ahnung davon, eine Art Abglanz, der sich zwischen uns wie die Reflexion eines fernen Lichts ausbreitete, ein ernster Schatten wie in Platons Höhle. Die Idee der Sterblichkeit aber erfasste damals niemand von uns, egal wie betreten wir unter den hohen Kastanie saßen, um unser Bier zu trinken, das noch zur Hälfte mit Cola gemischt war.

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Murakami schreibt, Menschen, die wir jung verlieren, blieben ewig in jenem Alter, in dem wir sie verloren haben. Das stimmt. Menschen, die jung sterben, treten einen Schritt zur Seite, als hielten sie am Weg für einen Augenblick an, vielleicht, um sich kurz auszuruhen oder ihre Schuhe zu binden. Man lässt sie zurück und vergisst sie irgendwann, so wie wir alles Zurückgelassene mit der Zeit vergessen. Vielleicht verlieren wir es nicht ganz, aber mit den Jahren wird es doch zu etwas anderem. Später erinnert man sich an jene, die einen Schritt zur Seite gegangen sind und dann erinnert man sich an ein unverändert jung gebliebenes Gesicht. Diejenigen, die an den Wegrand traten, sind nicht älter geworden, sie sind achtzehn, einundzwanzig, fünfundzwanzig. In der Zwischenzeit sind wir selbst viel älter geworden, wir sind Fünfunddreißig oder fast Vierzig, wir spüren das Alter vielleicht sogar schon, aber die jung Gestorbenen, diejenigen, die von der Straße in den Schatten traten, um sich für eine Sekunde auszuruhen, stehen außerhalb der Zeit und haben dadurch den Verfall, genauso wie das Werden und Wiederauferstehen, hinter sich gelassen. Es bedurfte nur einer fast beiläufigen Bewegung und schon lag die magische Grenze hinter ihnen, die uns für immer voneinander trennt, diese Grenze, die jeder irgendwann überschreitet und über die keiner etwas anderes zu sagen weiß, als dass sie nur in eine Richtung überschritten werden kann. Keiner weiß mehr. Weder Philosophen noch Priester. Niemand kommt zurück.

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Am nächsten Tag laufe ich durch den Nieselregen in Richtung Schleuse. Die Wolken wirken so, als leckten sie über die Spitzen der Bäume und alles ist grau, grau, grau. Den hinteren Teil der Uferwiese lässt die Stadtverwaltung in Ruhe. Hier tauchen keine Mähmaschinen auf und das Gras wächst, von mächtigen Brennnesselpopulationen durchzogen, ungehindert bis zur Höhe meiner Brust. Der hintere Teil der Uferwiese erinnert mich im Zustand seiner Verwilderung stets an Tarkowskis Stalker. An jene Szene, um genau zu sein, in der sich der Stalker in das hohe Gras auf den Rücken legt, seinen Arm über die Stirn breitet und von Stachelschwein berichtet, dem die Zone seinen innigsten Wunsch erfüllt habe. Ein paar Tage danach sei er tot gewesen.

In jenem Moment, als ich unter der Eisenbahnbrücke hindurch laufe, fährt ein Zug über mir hinweg. Ein merkwürdiges Dröhnen setzt sich nach unten hin fort. Wüsste ich nicht, was ein Zug ist und was ein Zug für Geräusche verursachen kann, könnte dort oben auch gerade ein Raumschiff abheben oder landen. Irgendwann werden mit Sicherheit auch die Züge verschwunden sein und mit ihnen ihre Geräusche. So wie das Pferdegetrappel aus den Städten verschwand, was man sich vor einhundert Jahren ja überhaupt nicht hat vorstellen können. Eine zivilisierte Großstadt, ohne das allgegenwärtige Getrappel vierbeiniger Fluchttiere? Unmöglich!

Eine halbe Stunde später erreiche ich die Schleuse. Ich setze mich auf den gemauerten Damm und warte auf ein Schiff, das sich heute allerdings nicht zeigen will. Stalker habe ich damals in Berlin zum ersten Mal mit André und Melli gesehen. Ich war sofort hin und weg. Bis auf Offret zählen Tarkowskis Filme zu meinen absoluten Favoriten, obwohl ich seinen ersten Kriegsfilm nie gesehen habe. Damals suchte ich mir in den Berliner U- und S-Bahnen ausnahmslos einen Sitzplatz entgegen der Fahrtrichtung aus. War in einem Abteil ein solcher Platz nicht frei, blieb ich ganz einfach stehen. Ich sagte mir, dass ich unbedingt beobachten will, was verschwindet und nicht, was kommt. Ein völlig idiotischer Gedanke natürlich, ein Gedanke, wie man ihn nur mit Anfang Zwanzig denkt, um an ihm gleichzeitig seine Befähigung zu irgendeiner großartigen Tat abzulesen. Wobei man selbstverständlich das Prätentiöse an der ganzen Sache übersieht. Ich sah die Tunnel verschwinden, die Leuchtstoffröhren vor unterirdischen Eingängen, ich sah die zurückbleibenden Gebäude auf der Schönhauser Allee und auf dem Ring, in irgendwelchen namenlosen Zonen der Stadt. Ich betrachtete diese unmögliche Stadt, träumte von einem Buch und schrieb keine einzige Zeile. Im Abstand von Monaten schrieb ich einige schlechte Gedichte und schickte sie an irgendwelche Zeitschriften, ohne jemals eine Antwort zu erhalten. Eine Zeitlang versuchte ich es mit dem Rauchen, kaufte mir Tabak und Blättchen, rollte mir Zigaretten, aber auch das brachte nichts. Ich schleppte meinen Bass durch die Gegend, spielte später Schlagzeug in zwei oder drei kurzlebigen Bands. In Cs froschgrünem Honda fuhren wir sogar auf Tour. Da wir kein Geld hatten, fiel unser Equipment überaus dürftig aus, aber das störte in den besetzten Häusern und Jugendclubs kein Schwein. Als wir wieder in Berlin waren, verlängerte ich mein Semesterticket, ließ mich entgegen der Fahrtrichtung auf einen freien Sitz fallen und fuhr mit der S42 einmal komplett um den Ring. Ich setzte alles daran, mir diese einstündige Fahrt als Abenteuer zu verkaufen, über das sich vielleicht sogar schreiben ließ, doch mit jedem weiteren Halt stieg ein Gefühl der Beklommenheit in mir auf. Was tat ich hier eigentlich? 

Leute stiegen ein und andere stiegen aus, es herrschte ein erschöpftes, etwas ruppiges Feierabendgedränge. Manchmal schnauzte jemand einen anderen an. Dann kam es zu einem kurzen Wortgefecht und die Wogen glätteten sich wieder. Vor den Abteilfenstern existierte eine Stadt von ungenauer Dimension. Es konnte eine Stadt, genauso gut aber auch eine Nichtstadt sein, eine großangelegte, gigantische Unbestimmtheit, deren Bewohner sich pausenlos davon zu überzeugen versuchten, dort draußen sei tatsächlich etwas anderes als eine durchtriebene Maschine am Werk. Als wir die nächste Station erreichten, griff ich nach meinem Rucksack, setzte ihn auf und arbeitete mich in Richtung Tür. Jemand pfiff eine Melodie, kaum hörbar, als pfiffe er bloß für sich selbst. Erst auf der Straße war ich in der Lage, die Melodie einzusortieren. Der Verkehr flutete sechsspurig in zwei entgegengesetzten Richtungen an mir vorbei. Let it be von den Beatles, sagte ich mir. Ich verstand einfach nicht, wie die anderen es machten. Ganz offensichtlich kamen sie auf irgendeine verschrobene Weise klar, die sich mir vollständig entzog.