Dienstag, 8. Juni

Das Jahr

Die Sirenen hinter der Stadt

Die schnellen Gewitter

Ich kehre mit den Einkäufen heim

Und gehe durch den staubigen Flur in das Bad

Ich wasche im Dunkeln meine Hände

Ich denke über eine neue Wohnung nach

Ich denke über das Zubettgehen nach

Über den Schlaf um elf am Morgen

Dann stelle ich die Waschmaschine an

Ich hänge die nasse Wäsche auf

Hänge sie in den Regen

Und in die Rufe der Kinder hinein

Eine Glocke schlägt in einem unsichtbaren Turm

Es ist Zeit, denke ich

Und gehe durch den staubigen Flur

Ich schließe die Türen

Manchmal warte ich ab

Und höre auf die Geräusche meiner Nachbarn

Die ihre unsichtbaren Möbel über den Boden ziehen

Das ist der Widerspruch der Existenz

Geräusche, die am Ende nichts beweisen

Immer ohne Ursprung sind

Ich stehe auf, strecke mich

Draußen droht jemand einem anderen Schläge an

Er sagt das zurückhaltend und ruhig

Wie einer, der weiß, wovon er spricht

Ich räume den Abwasch in die Spülmaschine

Ich schreibe ein paar Zeilen

Ich glaube, für ziemlich alles zu spät zu sein

Und doch so vieles bereits hinter mir zu haben

In dieser Jahreshälfte

In diesem Jahr